de gustibus est disputandum

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die lange bank

November 30th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

“du… deine freunde sehen nicht aus wie ich”, hat gott mal zu mir gesagt. es war das einzige mal, dass ich ihn getroffen habe. aber das macht nichts. er hat auch viel zu tun. wenn ich gott wäre, würde ich mir ständig den kopf zerbrechen. ich könnte vor lauter kopfzerbrechen gar nicht arbeiten.
kennst du das? wenn man soviel zu tun hat, dass es einen behindert überhaupt anzufangen? ist schrecklich!mir geht das immer mit offiziellem kram, steuereklärungen und solchen sachen. das lässt man dann eben noch nen monat liegen, regt sich aber auf, weil man grade wieder blank ist. tz tz tz. komisch. oder nicht? unangenehme sachen machen viele menschen nie sofort, schieben es auf die lange bank (wo kommt diese redewendung nur her?) und zappen lieber nochmal bei kai pflaume und stefan raab vorbei. nicht das sowas helfen würde - im gegenteil! dieses verhalten würde auch die ganze menschheit gut erklären. wenn wir also immer die unschönen dinge hinauszögern, was ja an sich auch unschön ist, dann ist dem gott das evtl. auch nicht so lieb, der findet so ein verhalten auch unschön. und sowas ändert man ja nicht mal so eben. “hier guck mal, die menschen… ey. krieg. schon wieder. selbst der kai pflaume redet drüber. nee, das ist mir aber schon unlieb, da muss ich dringend mal was ändern.” und… dämmerts? ist ein teufelskreis. der gott schiebt das auf die lange bank. mit den menschen.
aber was weiss ich schon? ich bin ja nur so n alberner agnostiker mit herbstdepressionen, dem es nicht gefällt wie der kunde auf arbeit wichtige themen wie ein redesign seiner verkackten seite auf die lange… du weißt schon schon. bank und so.

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wollte ich können, wenn ich ich wäre

November 28th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

aber ich bin ja gar nicht hier. wer ich bin? oh. also, ich… ich bin der “ich-bin-gar-nicht-du-pirat”, deine beste freundin von damals und die unfähigkeit sich manchmal zu fragen, warum. wenn man angst hat zu reflexiv zu wirken, weil dann der bart viel älter wirkt als deine wangen und deine augen schon wieder so lachen als ob sie lieber weinen würden. ich bin du, wenn du auch nach 14 jahren saufen am wochenende nichts dazugelernt hast, ich bin dein stiller gedanke an jetzt. ich bin deine sehnsucht nach sehnsucht, ich will mehr geliebt werden als irgendwer sonst, aber ich bin mir auch völlig egal.
ich steh nur im mittelpunkt, weil’s am rand so krass zieht und die anderen mich sonst verlegen fragen würden, was der kerl da in der mitte für n scheiss macht. ich bin so gelangweilt von all dem stress, dass ich richtig träge davon werde. ich habe keine angst zu sterben, der appetit kommt doch auch manchmal erst beim essen.

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Nackentod macht Wangenbrot

November 6th, 2007 by Doktor Focks

manchmal habe ich gar nichts hinzuzufügen. obwohl ich tausende von meinungen habe, behalte ich das quentchen wahrheit, was ich morgens manchmal in meiner kaffeetasse von vorgestern finde, für mich. für mich ist egozentrischer als der mittelpunkt der erde. basta. sieben sachen habe ich in meinen rucksack gepackt. sechs davon haben verheerende wirkung auf mein umfeld, die siebte sache holt mich wieder raus. aus dem schlamassel. nummer sieben darf nur benutzt werden, wenn eins bis sechs nicht bereits alles niedergebrezelt haben, was sich mir und so in den weg stellt.

aber ich habe keine lust und der scheiss sack ist zu schwer und mein nackenrücken tut weh.

ich sitze falsch.

hab ich doch gleich gesagt, als sie mich in den knast gesteckt haben.

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requiem für ein wochenende

November 5th, 2007 by Dr. Klaus Feratu

“pathos, jetzt in der gefriertruhe ihres verbrauchermarktes. auch als light-produkt erhältlich, wenn sie mögen gerne auch mit ein bisschen schrot.”
jedenfalls, und das wollte ich ursprünglich sagen, sitze ich in diesem kleinen raum, als grade drei maskierte und bewaffnete männer hereinstürmen und wie wild nach dem lichtschalter suchen. ich hatte ja diese restlichtverstärker brille auf. die habe ich aus tirkit mitbringen dürfen, als wir da… na, auch egal. jedefalls sitze ich da so rum, unter dem einen tisch und versuche grade den safe aufzumachen, als die heinis reinkommen. der eine typ zieht den stuhl nach vorne und ich schieße ihm in den bauch. drei mal. mit dem schalldämpfer hört man kaum was. echt gut. aber der typ windet sich auf dem boden und seine freunde sofort zu ihm hin, weil der wie ein schwein am schreien ist. den beiden muss ich leider direkt in den kopf schiessen, weil die sonst sicher unkontroliert durch den raum geballert hätten. tun sie nicht mehr, hihi. als ich dann anfange dem kerl was von dem puder auf die bauchwunde zu tun, damit es weniger stark blutet ist er schon fast weg, aber ich gebe mein bestes, damit er seinen abgang etwas langsamer und dramatischer feiern kann. dann halte ich ihm die hand und versichere, das es ein versehen ist und er nicht aufgeben soll. währenddessen durchsuche ich seine sachen, finde sein portmonee und seine adresse, ein foto von seiner familie und seinem hund. armes schwein, der securityarsch. und jetzt muss auch noch seine familie dran glauben. das alles hätte nicht sein müssen, wenn man mich mit ein bisschen mehr respekt behandelt hätte. ich wollte nur damals, also… ich. ein bisschen. was wollte ich doch gleich? aaaaaaach ist auch egal. wenn man einmal auf dem feldzug ist, ist man auf dem feldzug. nicht grade philosophisch hochtrabend aber das gemetzel heiligt die mittel.

und während der kerl da am boden liegt und verblutet gucke ich noch einmal in den spiegel, den ich wegen der dunkelheit kaum sehen kann und sehe meine beiden freunde reglos neben mir liegen, während ich versuche mir den bauch zurück in den körper zu drücken und noch ein paar minuten herauszuzögern. neben mir liegt diese tolle nachtsichtbrille, ich wollte sie meinem sohn schenken… daraus wird jetzt wohl nichts mehr. aber wenigstens haben die beiden anderen nicht mein versteck gefunden. hihi hiii…iiiih hii. hi hi.

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halte dich an der kurzen leine

November 1st, 2007 by Dr. Klaus Feratu

und wenn du magst, gib dir zucker. einen kleinen eimer pro tag. mach dich gefügig für all die exzesse die da folgen werden. bereite dich stets auf deinen nächsten krieg vor, wer keine munition im kopf hat, kann auch keine geflügelweste tragen - schon gar nicht an warmen sommertagen, wie dies einer ist. dann stinkt die weste zum himmel, dein teint ist (gelinde gesagt) im eimer und keiner spielt mit dir. hömel und kellerhussel schon gar nicht. die zurückgebliebenen nachbarskinder aus der laubenkollonie deiner cousins. ich glaube, die stehen immer noch da und spielen ball.

na wenigstens müssen die sich die vorwerfen, monatelang nichts geschrieben zu haben. denen tropft die kreativität nur so aus den haaren. und ich? ich sitz da, wie so ein fetter waschbär und rette mich von nachtschicht zum nächsten mal crosstrainer. bald fallen mir die zähne aus und ich kann endlich diese fetten platindinger tragen, wie die herren in den rap-videos. wer the jim-yoshii pile-up nicht mag ist für mich gestorben. ein dummer, plumper mensch.

denn merke: wer keine leere im herzen trägt, kann auch auch entscheidungen treffen, die tatsächlich nicht von belangen sind. aber ich… ich kann einhundert meter weit singen ohne die luft dabei anzuhalten; wenn ich die augen schliesse könnt ihr endlich wieder träumen und wer mich nicht kennt, der kennt nicht mal die hälfte von dem, was er selber sein könnte. ich mache dich ganz nebenbei auf all deine unzulänglichkeiten aufmerksam, laut brüllend und voller geifer im atmen, den wilden blick in den armen… der einzige, der aus dieser begegnung mit atemproblemen herauspurzelt bin ich selbst. ihr? du? bluten. ein bisschen. aus dem mund vielleicht, ja. aber nichts, was deine mama mit einem kleinen “ooch, armes scheisserchen” nicht wieder hinbiegen könnte. vorausgesetzt ihr habt noch eine. wenn eure/ deine mama knapp vor einem jahr bei einem flugzeugabsturz ums leben gekommen ist und ihr das video ihrer letzten paar sekunden bei youtube gesehen habt, darunter eine reihe voller “omfg, tahts the sickest shit i’ve seen in 2 days, ya rly, lol, byekthx” lesen musstet: fettnäppfchen meinerseits. aber hey, man kann nicht auf alle leute rücksicht nehmen, das ist schliesslich das internetz.

seit einem jahr habe ich das grab meines besten freundes nicht mehr besucht. ich fühle mich wie ein grosses stück scheisse.

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